Tipi nähen

Tipi nähen | DIY Anleitung für ein Indianerzelt

Ein Indianerzelt ist ein toller Blickfang im Kinderzimmer oder Garten, ist aber leider nicht ganz billig. Mit etwas Geschick und Geduld kannst du ein Tipi einfach selbst nähen. Dank unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung schaffen das auch Anfänger; für Fortgeschrittene gibt es eine kniffligere Version mit gefüttertem Eingang.

Kosten
Je nach Stoffwahl ab ca. 40 Euro; deutlich günstiger wird es, wenn Du das Tipi aus ausgedienten Bettlaken oder Tischdecken nähst, die du natürlich nach Belieben bemalen oder verzieren kannst

Zeitaufwand
Je nach Näherfahrung ca. 3-4 Stunden

Wunderbunte Video-Inspiration

Tipi nähen

Material

  • 5 Rundhölzer (oder Besenstiele) à 1,80 m mit einem Durchmesser von ca. 22 mm
  • stabile Kordel/Schnur zum Fixieren der Stäbe (z. B. Paketschnur)
  • Stoff: 3,60 Meter (mind. 1,50 m breit); ein „Outdoor“-Tipi nähst Du am besten aus robustem Stoff (z. B. Markisenstoff), für den Innenbereich genügt ein einfacher Dekostoff aus Baumwolle.
    Achtung: Hat Dein Stoff ein Muster, bei dem es eine bestimmte Richtung gibt, brauchst Du ca. 5,20 Meter, damit das Motiv nachher nicht auf dem Kopf steht!
  • Schrägband 3,2 m
  • Kordel 2,4 m; alternativ Schräg- oder Stoffband aus dem Tipi-Stoff

Außerdem benötigst du noch Stecknadeln, Schneiderkreide oder Trickmarker, eine Stoffschere, Nähgarn, Maßband und außerdem ein Bügeleisen.

Schnittmuster anfertigen

Zeichne ein Trapez auf Schneiderpapier (alternativ Pack- oder Zeitungspapier). Beginne mit der unteren Kante mit einer Länge von 103 cm. Markiere dann die Mitte bei 51,5 cm und trage die Höhe von 144 cm im rechten Winkel dazu ab. Dann die obere Kante parallel zur Bodenlinie mittig einzeichnen (d. h. jeweils 9,5 cm nach rechts und links von der Mittelline aus).

Mit dieser Schablone kannst du die für dein Tipi benötigten fünf Trapeze auf die linke Seite deines Stoffes übertragen. Die Nahtzugabe ist bereits enthalten – die einzelnen Teile können also direkt aneinander anschließen. Bei einem Muster „ohne Richtung“ befindet sich die längere Kante abwechselnd unten und oben. Hat Dein Stoff hingegen ein Muster, das dadurch dann bei einigen Trapezen auf dem Kopf stehen würde, musst du die längeren Kanten immer unten einzeichnen und brauchst deswegen insgesamt mehr Stoff. Alternativ kannst die Trapeze natürlich auch direkt auf dem Stoff einzeichnen.

Zuschneiden & Versäubern

Stoffteile ausschneiden und alle Kanten versäubern – entweder mit einer Overlock-Maschine oder du verwendest einfach den Zickzack-Stich Deiner Nähmaschine (dazu die Stichweite bei deiner Maschine möglichst weit und die Stichlänge eher niedrig einstellen).

Säumen

Die oberen und unteren Kanten der Trapeze 2 cm breit umschlagen, gut bügeln und dann füßchenbreit mit einem Geradstich (Stichlänge ca. 2,5) absteppen.

Merke
Füßchenbreit bedeutet, dass der Stoff so unter dem Nähfuß liegt, dass die Kanten bündig mit dem Ende des Füßchens abschließen. Da alle gängigen Nahfüßchen genormt sind, beträgt die Nahtzugabe dadurch 0,7 mm. So hast du automatisch eine gute Orientierung, damit deine Naht auch gerade wird.

Extra-Tipp für ordentliche Nähte
Mit einer magnetischen Saum- bzw. Kantenhilfe ist es ganz einfach, gerade Nähte zu nähen. Einen solchen Magneten zum Befestigen auf der Stichplatte bekommst du im Fachhandel; manche Maschinen haben auch ein Nählineal als Zubehör, das mit dem Nähfuß an der Maschine befestigt wird.

Tipi-Eingang nähen

Weiter geht es mit dem Trapez, das später die Tür des Spielzeltes bilden soll. Falte es einmal längs in der Mitte und messe an dieser Kante von der unteren (breiten) Seite aus mit dem Maßband 105 cm ab. Anschließend schneidest du das Stoffteil bis zu dieser Markierung ein.

Die beiden so entstandenen Kanten fasst du im nächsten Schritt mit Schrägband ein. Beginne mit der linken Seite, die „schöne“ Stoffseite nach oben. Falte das Schrägband auseinander und lege es rechts auf rechts auf den Stoff, dass das weitere Band nach oben verläuft und die rechte Kante bündig auf der Kante Deines Stoffes liegt. Lasse unten einen kleinen Überstand, den du nachher für einen sauberen Abschluss umklappen kannst. Wenn du magst, kannst du dir das Band auch mit ein paar Nadeln feststecken.

Tipp:
Achte dabei darauf, dass die Nadeln am besten quer im Stoff stecken – so kannst du sie beim Nähen ganz einfach herausziehen.

Dann nähst du das Band so auf den Stoff, dass die Naht genau in der rechten Falte des Schrägbands verläuft. Dann klappst du das Schrägband entlang der Stoffkante um, die zweite/linke Falte bleibt dabei eingeschlagen. Fixiere das Schrägband mit Stecknadeln.

In der Höhe von etwa 50 cm befestigst du dabei eine Kordel mit ca. 60 cm Länge so, dass sich das kurze Ende unter dem Schrägband verschwindet und die längere Seite nach innen/zum Stoffteil zeigt. Anschließend steppst du das Schrägband komplett fest.

Tipp
Für eine schönere Naht auf der Außenseite nähen, d.h., das Stoffmuster zeigt nach oben, die Naht verläuft entlang der Kante des Schrägbands auf dem Schrägband. Wenn alles gut festgesteckt ist, „erwischst“ du trotzdem auch das Schrägband auf der Unterseite.

Wenn du magst, kannst du die Ecke, in der sich die rechte und linke Schrägbandkante treffen, später z. B. mit einem Lederpatch verzieren – passt gut zum Indianerzelt und lässt einen nicht ganz perfekt geratenen Übergang einfach „verschwinden“.

Zeltteile miteinander verbinden

Beginne mit zwei „normalen“ Trapezen. Sie werden links auf links gelegt (d. h., die „schöne“ Seite mit Muster zeigt jeweils nach außen) und mit einer Nahtzugabe von 1 cm zusammengesteppt. Natürlich kannst du dir die Stoffteile auch wieder mit ein paar Nadeln fixieren und auch wieder den Magneten benutzen, damit alles schön gerade wird.

Auf dieselbe Weise befestigst du an der rechten „freien“ Trapez-Seite das nächste Stoffteil wieder links auf links, so dass drei Teile miteinander verbunden sind. Danach das Türteil ebenfalls links auf links festnähen und zum Schluss wieder ein „normales“ Trapez. Achtung: die beiden äußeren Trapeze werden noch nicht zusammengenäht, damit die weiteren Schritte etwas einfacher fallen.

Jetzt wird erst mal gebügelt. Dazu faltest Du die ersten beiden nebeneinanderliegenden Trapeze so, dass sie rechts auf rechts übereinander liegen und bügelst die Nahtkante. Mit einem Abstand von 4,5 cm links von der Nahtkante setzt du eine weitere Naht rechts auf rechts. Dazu kannst du dir mit Kreide oder Marker eine Linie einzeichnen oder dein Kantenlineal bzw. Magneten benutzen. Wiederhole diesen Schritt dreimal an den übrigen Nähten, an denen jeweils zwei Trapez-Seiten aneinanderstoßen. Insgesamt entstehen auf der Innenseite des Tipis dadurch vier Tunnel, in die später die Stäbe eingezogen werden. Bei den Teilen rechts und links des Eingangs nähst du wieder in der Höhe von 50 cm jeweils eine 60 cm lange Kordel ein, wobei das kurze Ende im Tunnel verschwindet. Mit den langen Enden werden die Türen des Tipi fixiert, wenn das Zelt offen stehen soll.

Tipi fertig nähen

Zum Schluss schließt du die letzte Naht wieder zunächst links auf links, nähst einen weiteren Tunnel rechts auf rechts und wendest das Ganze. Führe die Stangen durch die Tunnel und umwickele die oberen Enden mit der Schnur. Wenn du magst, kannst Du die oberen Kanten etwas abrunden oder auch zum Fixieren mit der Schnur Löcher in die Stäbe bohren oder auch die unteren Enden der Stäbe etwas abschrägen – so wird dein Indianerzelt noch stabiler.

Für Fortgeschrittene

Zusätzlich kannst du dein Tipi mit einer gefütterten Tür und coolen Extras nähen.
Wenn dein Indianerzelt auch mit nach außen gebundener Tür noch schicker aussehen soll, benötigst du zusätzlich ca. 1,50 m Futterstoff, aus dem du ein weiteres Trapez zuschneidest. Bei Schritt 3 werden nur vier der fünf Trapeze gesäumt; das fünfte nähst du mit dem Futterstoff rechts auf rechts an der Ober- und Unterkante mit 2 cm Nahtzugabe zusammen, wendest das Ganze und bügelst die Kanten. Ansonsten weiter wie oben beschrieben; vor dem Einschneiden der Türöffnung am besten beide Stoffteile mit Stecknadeln fixieren, damit nichts verrutscht.

Wer mag, stattet das Spielzelt noch mit Innentaschen für diversen Krimskrams aus oder näht ein paar passende Kissen. Richtig gemütlich wird es mit einer Lichterkette. Viel Spaß beim Tipi-Nähen!

Schau mal:
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