Grundstück teilen

Grundstück teilen: alle Kosten der Grundstücksteilung

Du willst ein Grundstück teilen, wunderst dich aber über die anfallenden Kosten? Keine Sorge, wir haben einen ausführlichen Überblick für dich vorbereitet.

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Überblick: Gesamtkosten

Egal ob du ein freies oder bebautes Grundstück teilen willst, die Gesamtkosten sind nicht gerade gering. Im Durchschnitt musst du mit einem Gesamtbetrag von 3.000 bis 6.000 Euro rechnen, der von zahlreichen Faktoren abhängig ist. Diese stellen wir dir über die nächsten Abschnitte einfach und verständlich vor. Je nach deinem Wohnort, der Größe und ob das Grundstück bereits bebaut ist oder nicht, verändern sich die Gesamtkosten. Wenn du Glück hast, zahlst du sogar weniger als den angegebenen Betrag.

Genehmigung für Grundstücksteilung

Die ersten Kosten, die bei einer Grundstücksteilung auf dich zukommen, sind die Genehmigungsgebühren. Das ist jedoch nur der Fall, wenn du in Nordrhein-Westfalen oder Niedersachen ein Grundstück teilen willst. Das gilt ebenfalls, wenn du ein bebautes Grundstück teilen willst. In allen anderen Bundesländern ist die Grundstücksteilung komplett kostenlos. Es dürfen danach nur keine Rechtswidrigkeiten wie zum Beispiel ein zu geringer Mindestabstand zum Nachbarsgrundstück bestehen. Die Preise für die Teilungsgenehmigung belaufen sich durchschnittlich auf 50 bis 500 Euro.

Kosten für die Flurstücke

Die Teilungskosten sind stark abhängig von der Menge der Flurstücke, die aus dem Grundstück entstehen sollen. Dein Wohnort bestimmt hierbei bedeutend die anfallenden Gebühren, denn diese sind nicht in ganz Deutschland gleich. Jedoch verringert sich der Betrag mit jedem weiteren Flurstück, damit die Kosten nicht zu stark für den Eigentümer ansteigen. Im Durchschnitt musst du 300 Euro für die zwei Flurstücke zahlen, die nach einer einfachen Teilung entstehen. Jedes weitere Flurstück kostet danach weniger. Informiere dich bei deiner Gemeinde, wie die weiteren Flurstücke berechnet werden, falls du es mehr als einmal teilst.

Merke:
Rechne vorsichtshalber eine Mehrwertsteuer von 19 Prozent zu den Gebühren für die Flurstücke hinzu, denn je nach Gemeinde musst du diese ebenfalls bezahlen.

Vermessungskosten

Die Vermessungskosten können je nach Gemeinde anders ausfallen, werden diese in den meisten Fällen nach Mengen gestaffelt, da verschiedene Vermessungspunkte für ein genaues Ergebnis gesetzt werden müssen. Damit die Vermessungsgebühren aber nicht extrem ansteigen, wird auf eine Staffelung gesetzt. Du zahlst zum Beispiel mehr für den ersten Vermessungspunkt und weniger für jeden weiteren. Im Durchschnitt musst du für den ersten Vermessungspunkt etwa 200 Euro zahlen. Danach kommt es stark auf die Preisgestaltung der Gemeinde an. So werden zum Beispiel in Bayern die weiteren Vermessungspunkte pro Einheit wie folgt berechnet:

  • 2 bis 30: 70 Euro
  • 31 bis 100: 60 Euro
  • alle weiteren Vermessungspunkte: 55 Euro

Informiere dich also gut, wie viel du für die Vermessungspunkte ausgeben musst. Benötigst du zum Beispiel 10 Vermessungspunkte in Bayern, wenn du dein bebautes Grundstück teilen willst, sieht die Rechnung wie folgt aus:

  • 1. Vermessungspunkt: 220 Euro
  • 9 weitere Punkte x 70 Euro = 630 Euro
  • Gesamtkosten: 850 Euro

Grenzsteinsetzung: Gebühren

Die Grenzsteinsetzung kostet ebenfalls etwas. Hier werden die anfallen Gebühren pro Grenzstein gerechnet. Im Durchschnitt kosten diese bundesweit zwischen 180 und 200 Euro pro Stück. Das heißt, wenn du vier Grenzsteine benötigst, musst du 720 bis 800 Euro für diese zahlen. Die Setzung der Grenzsteine ist in den Preis mit inbegriffen.

Bodenwertfaktor

Der Bodenwertfaktor ist ein weiterer Punkt, den du auf keinen Fall vergessen darfst. Er wird mit den Gesamtkosten für die Grenzsteinsetzung und die einzelnen Flurstückkosten multipliziert. Beim Bodenwertfaktor handelt es sich um einen Wert, der von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich ist. Diese musst du also bereits im Voraus überprüfen, wenn du ein Grundstück teilen willst. Der Bodenwertfaktor wird größer, je wertvoller das Flurstück ist. Liegt es zum Beispiel in der Mitte einer teuren Stadt wie München ist der Faktor deutlich höher als auf dem Land. Die Einteilung orientiert sich dabei ausschließlich am Quadratmeterpreis.
Ein Beispiel:

  • Wohnort in Bayern
  • Bodenwert pro m²: 1.000 Euro
  • Bodenwertfaktor liegt in Kategorie 6: 500 bis 2.500 Euro
  • Bodenwertfaktor liegt bei 2,0

Müsstest du für die Flurstücke und Grenzsteine zusammen etwa 1.000 Euro ausgeben, verdoppelt sich der Betrag durch den Bodenwertfaktor. Je größer und wertvoller das Grundstück ist, desto tiefer musst du in die Tasche greifen.

Nicht vergessen: Grundbucheintragskosten

Zu guter Letzt darfst du nicht vergessen, die Flurstücke ins Grundbuch einzutragen. Ohne den Grundbucheintrag kann es zu rechtlichen Problemen kommen. Stehst du zusammen mit dem Stück Land im Grundbuch, kann immer nachgewiesen werden, dass du der Eigentümer bist. Das gilt selbst, wenn mehrere zusammen das Grundstück besitzen. Du musst von einem Preis von etwa 1 bis 2 Prozent des Grundstückwertes ausgehen. Dabei handelt es sich um den Wert des Flurstücks, welches du verwendest. Kostet es zum Beispiel 50.000 Euro, musst du 500 bis 1.000 Euro an Gebühren für den Grundbucheintrag zahlen.

Merke:
Weitere Kosten beim Grundbucheintrag können durch Grunddienstbarkeiten oder Wegerechte anfallen.